Medikamente gegen Rheuma

Die moderne Medizin kennt Möglichkeiten die chronische Polyarthritis mit Medikamenten entscheidend zu beeinflussen. Es muss jedoch ganz eindeutig gesagt werden, dass es mit keinem Medikament gelingt die Erkrankung vollständig auszuheilen. Die wirksamen Medikamente müssen also ständig genommen werden, sonst kehrt die Krankheit wieder zurück. Auf der anderen Seite können Betroffene auf die Medikamente nicht verzichten, denn sie sind durch keine andere Maßnahme zu ersetzen. 

Es gibt Medikamente, die in die Entstehung der Erkrankung, also in die krankhafte Störung der Antikörperbildung, eingreifen. Wenn ein Arzt also ein solches Medikament verschreibt, dann weiß man, worum es sich handelt. Medikamente werden nicht mehr eingesetzt, wenn die Gelenkzerstörung zu weit fortgeschritten ist, denn ein zerstörtes Gelenk ist leider nicht mehr aufzubauen. Die Behandlung ist deshalb nur darauf ausgerichtet zu erhalten und der Patient muss das wissen, damit er nicht durch Leichtfertigkeit oder Unterlassung wichtiger Maßnahmen in einen Zustand gerät, der durch nichts mehr gebessert werden kann. Die genannten Mittel brauchen längere Zeit, bis sie wirken, und wenn man sie nach ihrem Wirkungseintritt wieder weglässt, dauert es eine Weile, bis sich die Krankheit wieder verschlechtert. Man muss wissen, dass man erst nach einiger Zeit beurteilen kann, ob ein Medikament beim betroffenen Patienten wirkt. Welches der Medikamente man im Einzelfall gibt, richtet sich nach verschiedenen Gesichtspunkten und wird vom Arzt entschieden. 

Daneben gibt es Medikamente, die sehr rasch wirken, nach Absetzen rasch ihre Wirkung verlieren und nicht in die Krankheitsentstehung eingreifen, sondern am entzündeten Gelenk direkt wirken. Hierzu gehören die Kortisonpräparate und eine Reihe anderer so genannter Antirheumatika, die keine Kortisonpräparate sind. Kortison ist wirksamer, aber vor allem in größeren Mengen schlechter verträglich oder sogar gefährlicher. Deshalb gibt man Kortison nur, wenn man mit den Antirheumatika allein nicht auskommt und man gibt meist zum Kortison eines der genannten Antirheumatika in ausreichender Menge, um die Kortisondosis so niedrig wie möglich zu halten. Es hängt also sehr vom Einzelfall ab, welches Medikament man in welcher Menge gibt.

Daneben ist bei dieser Gelenkerkrankung, die zur Bewegungseinschränkung der Gelenke und zur Versteifung neigt, die Bewegungsbehandlung außerordentlich wichtig und wird leider allzu oft vernachlässigt. Auch diese muss ständig, das heißt mindestens einmal täglich durchgeführt werden. Als Folge der Gelenkzerstörung und der krankhaften Wucherungen neigen die Knochenenden dazu zusammenzuwachsen, was durch ausreichende Bewegung verhindert werden muss. Schon die geringste Schonung der einer Bewegungsrichtung oder eines Bewegungsausmaßes lässt die Bewegungseinschränkung beginnen, die in relativ kurzer Zeit nicht mehr rückgängig zu machen ist. Es ist natürlich unterschiedlich, wie sich die eine oder andere Bewegungseinschränkung auf die Gesamtfunktion auswirkt. Beispielsweise ist eine nicht mehr vollständige Streckung des Ellbogengelenkes nicht so schlimm wie die eines Kniegelenkes. Mit einem nicht mehr streckbaren Knie kann man schlecht laufen und es kommt zu zusätzlichen statischen Auswirkungen, da ja innerhalb des Kniegelenkes dann andere Belastungsverhältnisse vorliegen, für die ein Knie nicht gebaut ist und da somit der Halteapparat (Muskeln und Sehnen) zwangsläufig überbeansprucht wird. Insgesamt wird es aber das Ziel sein müssen, die Beweglichkeit eines jeden Gelenkes zu erhalten und das ist nur mit täglicher spezieller Gymnastik möglich, was allerdings viel Überwindung und Konsequenz vom Patienten verlangt.